Anwendung von D-Dimer bei COVID-19


Autor: Erfolgsmensch   

Fibrinmonomere im Blut werden durch aktivierten Faktor XIII vernetzt und anschließend durch aktiviertes Plasmin hydrolysiert, wodurch ein spezifisches Abbauprodukt, das sogenannte Fibrinabbauprodukt (FDP), entsteht. D-Dimer ist das einfachste FDP, und ein Anstieg seiner Massenkonzentration spiegelt einen hyperkoagulablen Zustand und eine sekundäre Hyperfibrinolyse in vivo wider. Daher ist die D-Dimer-Konzentration von großer Bedeutung für die Diagnose, die Beurteilung der Wirksamkeit von Therapien und die Prognose von thrombotischen Erkrankungen.

Seit dem Ausbruch von COVID-19 und mit zunehmender Kenntnis der klinischen Manifestationen und der Pathologie der Erkrankung sowie wachsender Erfahrung in Diagnose und Behandlung kann es bei schwer erkrankten Patienten mit neuartiger koronarer Lungenentzündung rasch zu einem akuten Atemnotsyndrom (ARDS) kommen. Symptome sind septischer Schock, refraktäre metabolische Azidose, Gerinnungsstörungen und Multiorganversagen. Der D-Dimer-Wert ist bei Patienten mit schwerer Lungenentzündung erhöht.
Schwer kranke Patienten müssen auf das Risiko einer venösen Thromboembolie (VTE) aufgrund längerer Bettruhe und gestörter Blutgerinnung achten.
Während des Behandlungsprozesses ist es notwendig, die relevanten Indikatoren entsprechend dem Zustand zu überwachen, einschließlich Myokardmarker, Gerinnungsfunktion usw. Bei einigen Patienten kann es zu einem Anstieg des Myoglobins kommen, in einigen schweren Fällen kann ein Anstieg des Troponins auftreten und in schweren Fällen kann der D-Dimer-Wert erhöht sein.

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Es zeigt sich, dass D-Dimer eine wichtige Rolle bei der Überwachung von Komplikationen im Verlauf von COVID-19 spielt. Welche Bedeutung hat es also bei anderen Krankheiten?

1. Venöse Thromboembolie

D-Dimer wird häufig bei venösen Thromboembolien (VTE) wie tiefer Venenthrombose (TVT) und Lungenembolie (LE) eingesetzt. Ein negatives D-Dimer-Testergebnis schließt eine TVT aus, und die D-Dimer-Konzentration kann auch zur Vorhersage des Rezidivrisikos einer VTE herangezogen werden. Die Studie ergab, dass das Risiko eines VTE-Rezidivs in der Population mit erhöhter Konzentration 4,1-mal höher war als in der Population mit normaler Konzentration.

D-Dimer ist ebenfalls ein Indikator für die Erkennung einer Lungenembolie. Sein negativer Vorhersagewert ist sehr hoch, und seine Bedeutung liegt im Ausschluss einer akuten Lungenembolie, insbesondere bei Patienten mit geringem Verdacht. Daher sollte bei Patienten mit Verdacht auf eine akute Lungenembolie eine Ultraschalluntersuchung der tiefen Beinvenen mit einer D-Dimer-Bestimmung kombiniert werden.

2. Disseminierte intravaskuläre Koagulation

Die disseminierte intravaskuläre Koagulopathie (DIC) ist ein klinisches Syndrom, das durch Blutungen und Mikrozirkulationsstörungen im Rahmen verschiedener Erkrankungen gekennzeichnet ist. Die Entstehung der DIC betrifft mehrere Systeme wie die Blutgerinnung, die Antikoagulation und die Fibrinolyse. D-Dimer steigt im Frühstadium der DIC an und seine Konzentration nimmt im Verlauf der Erkrankung um mehr als das Zehnfache zu. Daher kann D-Dimer als einer der wichtigsten Indikatoren für die Früherkennung und Verlaufskontrolle der DIC eingesetzt werden.

3. Aortendissektion

Der chinesische Expertenkonsens zur Diagnose und Behandlung der Aortendissektion hob hervor, dass D-Dimer als routinemäßiger Labortest für die Diagnose und Differenzialdiagnose der Aortendissektion (AD) von großer Bedeutung ist. Ein rascher Anstieg des D-Dimer-Wertes erhöht die Wahrscheinlichkeit einer AD-Diagnose. Erreicht der D-Dimer-Wert innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn den kritischen Wert von 500 µg/L, beträgt seine Sensitivität für die Diagnose einer akuten AD 100 % und seine Spezifität 67 %. Daher kann er als Ausschlusskriterium für die Diagnose einer akuten AD herangezogen werden.

4. Atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankung

Die atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankung ist eine durch arteriosklerotische Plaques verursachte Herzerkrankung. Sie umfasst den akuten Myokardinfarkt mit ST-Streckenhebung (STEMI), den akuten Myokardinfarkt ohne ST-Streckenhebung (NSTEMI) und die instabile Angina pectoris. Nach einer Plaqueruptur tritt nekrotisches Kernmaterial aus der Plaque aus und führt zu abnormalen Blutflusskomponenten, einer Aktivierung des Gerinnungssystems und einem Anstieg des D-Dimer-Spiegels. Patienten mit koronarer Herzkrankheit und erhöhtem D-Dimer-Spiegel haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für einen akuten Myokardinfarkt (AMI) und der D-Dimer-Wert kann als Indikator für den Verlauf eines akuten Koronarsyndroms (ACS) dienen.

5. Thrombolytische Therapie

Lawters Studie ergab, dass verschiedene Thrombolytika den D-Dimer-Spiegel erhöhen können und dass die Konzentrationsänderungen vor und nach der Thrombolyse als Indikator für die Beurteilung der Thrombolysetherapie dienen können. Der D-Dimer-Spiegel stieg nach der Thrombolyse rasch auf einen Höchstwert an und sank innerhalb kurzer Zeit wieder ab, begleitet von einer deutlichen Besserung der klinischen Symptome. Dies deutet auf eine erfolgreiche Behandlung hin.

- Der D-Dimer-Spiegel stieg 1 bis 6 Stunden nach der Thrombolyse bei akutem Myokardinfarkt und Hirninfarkt signifikant an.
- Bei der Thrombolyse einer tiefen Venenthrombose tritt der D-Dimer-Peak üblicherweise nach 24 Stunden oder später auf.