Blutgerinnungsdiagnostik wird routinemäßig von Ärzten verordnet. Patienten mit bestimmten Erkrankungen oder solche, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, müssen ihre Blutgerinnung überwachen lassen. Doch was bedeuten all diese Zahlen? Welche Indikatoren sollten bei verschiedenen Erkrankungen klinisch überwacht werden?
Zu den Parametern der Gerinnungsfunktionsprüfung gehören die Prothrombinzeit (PT), die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT), die Thrombinzeit (TT), das Fibrinogen (FIB), die Gerinnungszeit (CT) und die International Normalized Ratio (INR). Mehrere dieser Parameter können zu einem sogenannten Gerinnungsparameter-Paket kombiniert werden. Da die verwendeten Messmethoden in den verschiedenen Krankenhäusern unterschiedlich sind, variieren auch die Referenzbereiche.
PT – Prothrombinzeit
Die Prothrombinzeit (PT) wird durch Zugabe von Gewebefaktor (TF oder Gewebethromboplastin) und Ca²⁺ zum Plasma bestimmt, um die extrinsische Gerinnung zu aktivieren und die Gerinnungszeit des Plasmas zu messen. Die PT ist einer der am häufigsten verwendeten Screening-Tests in der klinischen Praxis zur Beurteilung der Funktion der extrinsischen Gerinnung. Der normale Referenzwert liegt zwischen 10 und 14 Sekunden.
APTT – aktivierte partielle Thromboplastinzeit
Die aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit) wird durch Zugabe von Faktor XII, Kalziumionen (Ca²⁺) und Phospholipiden zum Plasma durchgeführt, um die endogene Blutgerinnung zu initiieren. Anschließend wird die Blutgerinnungszeit gemessen. Die aPTT ist einer der am häufigsten verwendeten Screening-Tests in der klinischen Praxis zur Beurteilung der Funktion der intrinsischen Blutgerinnung. Der normale Referenzwert liegt zwischen 32 und 43 Sekunden.
INR – International Normalized Ratio
Der INR-Wert ist das Verhältnis der Prothrombinzeit (PT) des getesteten Patienten zur PT der Kontrollgruppe (ISI ist ein internationaler Sensitivitätsindex; das Reagenz wird vom Hersteller kalibriert). Dasselbe Plasma wurde mit verschiedenen ISI-Reagenzien in unterschiedlichen Laboren getestet. Die PT-Werte wichen stark voneinander ab, die gemessenen INR-Werte waren jedoch identisch, wodurch die Ergebnisse vergleichbar sind. Der normale Referenzbereich liegt zwischen 0,9 und 1,1.
TT-Thrombinzeit
Die Thrombin-Transferrate (TT) ist die Zugabe von Standard-Thrombin zum Plasma zur Bestimmung der dritten Phase der Blutgerinnung. Sie gibt Aufschluss über den Fibrinogenspiegel und die Menge an heparinähnlichen Substanzen im Plasma. Der normale Referenzwert liegt bei 16 bis 18 Sekunden.
FIB-Fibrinogen
Bei der FIB-Bestimmung wird dem zu untersuchenden Plasma eine bestimmte Menge Thrombin zugesetzt, um das Fibrinogen im Plasma in Fibrin umzuwandeln. Anschließend wird der Fibrinogengehalt turbidimetrisch bestimmt. Der normale Referenzwert liegt zwischen 2 und 4 g/L.
FDP-Plasma-Fibrinabbauprodukt
FDP ist ein Oberbegriff für Abbauprodukte, die bei der Zersetzung von Fibrin oder Fibrinogen durch das im Rahmen der Hyperfibrinolyse gebildete Plasmin entstehen. Der normale Referenzwert liegt zwischen 1 und 5 mg/l.
CT-Koagulationszeit
Die Gerinnungszeit (CT) bezeichnet die Zeit, die das Blut benötigt, um die Blutgefäße zu verlassen und in vitro zu gerinnen. Sie dient hauptsächlich der Feststellung, ob verschiedene Gerinnungsfaktoren des intrinsischen Gerinnungswegs fehlen, ob ihre Funktion normal ist oder ob ein Anstieg gerinnungshemmender Substanzen vorliegt.
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