Thrombose und Hämostase sind wichtige physiologische Funktionen des menschlichen Körpers, an denen Blutgefäße, Blutplättchen, Gerinnungsfaktoren, Antikoagulanzien und das fibrinolytische System beteiligt sind. Sie bilden ein präzise aufeinander abgestimmtes System, das den normalen Blutfluss im Körper gewährleistet. Kontinuierliche Zirkulation ohne Blutverlust (Hämorrhagie) oder Blutgerinnung (Thrombose) innerhalb des Blutgefäßes.
Der Mechanismus der Thrombose und Hämostase wird üblicherweise in drei Schritte unterteilt:
Die initiale Blutstillung findet hauptsächlich in der Gefäßwand, den Endothelzellen und den Thrombozyten statt. Nach einer Gefäßverletzung sammeln sich die Thrombozyten rasch an, um die Blutung zu stoppen.
Die sekundäre Hämostase, auch Plasmahämostase genannt, aktiviert das Gerinnungssystem, um Fibrinogen in unlösliches, vernetztes Fibrin umzuwandeln, das große Blutgerinnsel bildet.
Fibrinolyse, die das Fibrin-Gerinnsel auflöst und den normalen Blutfluss wiederherstellt.
Jeder Schritt ist präzise reguliert, um ein Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Defekte in einem dieser Glieder führen zu entsprechenden Krankheiten.
Blutgerinnungsstörungen sind ein Oberbegriff für Erkrankungen, die durch abnorme Hämostasemechanismen verursacht werden. Man unterscheidet im Wesentlichen zwischen erblichen und erworbenen Blutgerinnungsstörungen. Klinisch manifestieren sie sich hauptsächlich durch Blutungen in verschiedenen Körperregionen. Zu den angeborenen Blutgerinnungsstörungen zählen häufig Hämophilie A (Mangel an Gerinnungsfaktor VIII), Hämophilie B (Mangel an Gerinnungsfaktor IX) und Gerinnungsstörungen aufgrund von Fibrinogenmangel. Zu den erworbenen Blutgerinnungsstörungen gehören beispielsweise Vitamin-K-abhängige Gerinnungsfaktormängel und durch Lebererkrankungen bedingte Gerinnungsstörungen.
Thromboembolische Erkrankungen werden hauptsächlich in arterielle Thrombosen und venöse Thromboembolien (VTE) unterteilt. Arterielle Thrombosen treten häufiger in den Koronararterien, Hirnarterien, Mesenterialarterien und Extremitätenarterien auf. Sie beginnen oft plötzlich und können starke lokale Schmerzen wie Angina pectoris, Bauchschmerzen oder starke Gliederschmerzen verursachen. Ursache sind Gewebeischämie und -hypoxie in den betroffenen, durchbluteten Bereichen. Es kann zu Organ- und Gewebeschäden wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock, Herzrhythmusstörungen, Bewusstseinsstörungen und Halbseitenlähmung kommen. Die Ablösung des Thrombus kann Hirn-, Nieren- oder Milzembolien sowie weitere Symptome und Anzeichen hervorrufen. Venöse Thrombosen sind die häufigste Form der tiefen Venenthrombose in den unteren Extremitäten. Eine Thromboembolie tritt häufig in tiefen Venen wie der Kniekehlenvene, der Oberschenkelvene, der Mesenterialvene und der Pfortader auf. Typische Symptome sind lokale Schwellungen und eine ungleichmäßige Wandstärke der unteren Extremitäten. Bei einer Thromboembolie löst sich ein Blutgerinnsel von seinem Entstehungsort und verstopft während seiner Wanderung mit dem Blutstrom teilweise oder vollständig Blutgefäße. Dies kann zu Ischämie, Hypoxie und Nekrose (arterielle Thrombose) bzw. zu Stauung und Ödemen (venöse Thrombose) führen. Löst sich ein Blutgerinnsel aus einer tiefen Beinvene, kann es in die Lungenarterie gelangen und Symptome einer Lungenembolie hervorrufen. Daher ist die Prävention einer venösen Thromboembolie besonders wichtig.
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