Forscher der Monash University haben einen neuen Antikörper entwickelt, der ein bestimmtes Protein im Blut hemmt und so Thrombosen ohne potenzielle Nebenwirkungen vorbeugt. Dieser Antikörper kann pathologische Thrombosen, die Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachen können, verhindern, ohne die normale Blutgerinnung zu beeinträchtigen.
Herzinfarkte und Schlaganfälle zählen weltweit weiterhin zu den häufigsten Todes- und Krankheitsursachen. Die derzeitigen antithrombotischen (antikoagulatorischen) Therapien können schwere Blutungen verursachen, da sie auch die normale Blutgerinnung beeinträchtigen. Vier Fünftel der Patienten, die eine Thrombozytenaggregationshemmung erhalten, erleiden dennoch erneut kardiovaskuläre Ereignisse.
Daher können die derzeitigen Thrombozytenaggregationshemmer nicht in hohen Dosen eingesetzt werden. Die klinische Wirksamkeit ist daher weiterhin enttäuschend, und zukünftige Therapien müssen grundlegend überarbeitet werden.
Die Forschungsmethode besteht darin, zunächst den biologischen Unterschied zwischen normaler und pathologischer Blutgerinnung zu ermitteln und festzustellen, dass der von-Willebrand-Faktor (VWF) seine Eigenschaften bei der Bildung eines gefährlichen Thrombus verändert. Im Rahmen der Studie wurde ein Antikörper entwickelt, der ausschließlich diese pathologische Form des VWF erkennt und blockiert, da er nur bei pathologischen Blutgerinnseln wirksam ist.
Die Studie analysierte die Eigenschaften bestehender Anti-VWF-Antikörper und ermittelte die jeweils optimalen Eigenschaften zur Bindung und Blockierung von VWF unter pathologischen Gerinnungsbedingungen. Sofern keine Nebenwirkungen auftreten, werden diese potenziellen Antikörper zunächst in eine neue Blutstruktur integriert, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.
Kliniker stehen derzeit vor der schwierigen Aufgabe, ein Gleichgewicht zwischen der Wirksamkeit von Medikamenten und dem Risiko von Blutungen als Nebenwirkungen zu finden. Der speziell entwickelte Antikörper beeinträchtigt die normale Blutgerinnung nicht, sodass die Hoffnung besteht, dass er in einer höheren und wirksameren Dosis als bisherige Therapien eingesetzt werden kann.
Diese In-vitro-Studie wurde mit menschlichen Blutproben durchgeführt. Im nächsten Schritt soll die Wirksamkeit des Antikörpers in einem Kleintiermodell getestet werden, um zu verstehen, wie er in einem komplexen, dem menschlichen Körper ähnlichen lebenden System wirkt.
Referenz: Thomas Hoefer et al. Targeting shear gradient activated von Willebrand factor by the novel single-chain antibody A1 reduces occlusive thrombus formation in vitro, Haematologica (2020).

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