Warum sollten Schwangere und Wöchnerinnen auf Veränderungen der Blutgerinnung achten? Teil 1


Autor: Erfolgsmensch   

Die häufigsten Todesursachen bei Schwangeren nach der Geburt waren Blutungen mittleren Alters, Fruchtwasserembolie, Lungenembolie, Thrombose, Thrombozytopenie und Wochenbettinfektion. Die Überprüfung der mütterlichen Gerinnungsfunktion kann die wissenschaftliche Grundlage für die Prävention von akuter disseminierter intravasaler Koagulopathie (DIC) und Thromboseerkrankungen infolge von Nachblutungen während der Geburt bilden.

1. Wochenbettblutung
Nachblutungen nach der Geburt zählen zu den häufigsten geburtshilflichen Komplikationen und sind eine der Haupttodesursachen bei Schwangeren. Ihre Inzidenzrate liegt bei 2–3 % aller Geburten. Hauptursachen sind Fettgewebskontraktionen, Plazentafaktoren, weiche Geburtsverletzungen und Gerinnungsstörungen. Blutungen aufgrund von Gerinnungsstörungen sind oft stark und schwer zu stillen. Zur Bestimmung der Blutgerinnungsfaktoren im Plasma werden häufig PT, APTT, TT und FIB bestimmt.

2. Thrombose
Aufgrund der besonderen physiologischen Gegebenheiten der Schwangerschaft ist der Blutfluss verlangsamt und die Koordination beeinträchtigt. Die Zahl älterer und risikoreicher Schwangerer steigt. Das Thromboserisiko ist bei Schwangeren 4- bis 5-mal höher als bei Nicht-Schwangeren. Venenthrombosen treten hauptsächlich als tiefe Venenthrombosen in den Beinen auf. Die Mortalität einer durch Thrombose verursachten Lungenembolie liegt bei bis zu 30 %. Dies stellt eine erhebliche Bedrohung für die Sicherheit von Schwangeren dar, weshalb die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Venenthrombosen unerlässlich ist. Besonders erhöht ist das Risiko für intravenöse Thrombosen nach Kaiserschnitten, bei postpartalen Blutungen oder Infektionen sowie bei Patientinnen mit Risikofaktoren wie Adipositas, Hypertonie, Autoimmunerkrankungen, Herzerkrankungen, Sichelzellanämie, Mehrlingsschwangerschaften, pränatalen oder geburtshilflichen Komplikationen.